Pressegesetz in Ungarn 2011

von: Irmgard 7. August 2011

Was ist los in Ungarn?

Die nicht ganz mehr so jungen unter uns verbinden mit Ungarn das Land, in dem der Sozialismus nicht ganz so schlimm war; Budapest war die Stadt wo man “Hair” sehen konnte, wo die Schaufenster etwas bunter waren und die Menschen lockerer.

Ungarn wurde das Tor zur Freiheit noch bevor die Mauer hier zusammenfiel.

Was wir jetzt an Berichten und Kommentaren lesen, erweckt ein Bild, was die Zeiten der Einheitspresse und der Einheitspartei wiedererstehen läßt. Die Meinungen der Betroffenen weichen allerdings oft von den Kommentaren in den deutschen Zeitungen ab.

Die Regierung

Sitze nach der Parlamentswahl April 2010

Fidesz
Fiatal Demokraták Szövetsége
Bund Junger Demokraten 227
KDNP
Kereszténydemokrata Néppárt
Christlich-Demokratische Volkspartei 36
MSZP
Magyar Szocialista Párt
Ungarische Sozialistische Partei 59
Jobbik
Magyarországért Mozgalom
Bewegung für ein besseres Ungarn 47
LMP
Lehet Más a Politika
Die Politik kann anders sein 16

Das Bündnis aus Fidesz und KDNP hat damit eine 2/3 - Mehrheit.

Das neue Pressegesetz

Worum geht es eigentlich?
Der ungarischen Regierung wird vorgeworfen, mit dem Pressegesetz massiv in die Pressefreiheit einzugreifen. Die Medien sind angehalten, eine “ausgewogene Berichterstattung” vorzunehmen, was auch immer das heißen mag. Verstöße dagegen können mit Geldstrafen geahndet werden.

Sind eigentlich mehrere Gesetze

der umstrittene act:

Juristendeutsch zu verstehen, ist schon schwierig genug, das Ganze dann aber auch noch in Englisch, überfordert mich ein wenig.
Der google-translator hilft auch nur bedingt.

Kommentare deutscher Zeitungen

Piratenmeinungen

Aktuelles aus der ungarischen Politik

Unser Handicap: wir sprechen und lesen kein Ungarisch. Wir müssen uns auf das verlassen, was uns von unserer Presse vorgesetzt wird.
Hier Beiträge von einem, der in “beiden Welten” lebt . Die Kommentare dazu sind ebenso lesenswert.

speziell zum Pressegesetz:

Interview mit dem Leiter der Professur für Politikwissenschaft III an der Andrássy Universität Budapest:

Ein Blick auf Leserbriefe anderer Zeitungen läßt sehr unterschiedliche Meinungen erkennen:

facebook-Seite

am Rande eine kleine Geschichtsreise: Medien in Ungarn vor 20 Jahren

Seite 38 ff

Was ist nun richtig?

Wird die Pressefreiheit in Ungarn nun wirklich bedroht?

Vor knapp zwei Jahren wurde der Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen geschaßt - wieviel Pressefreiheit ist das denn?

Die Regierung in Ungarn wurde mit 2/3 - Mehrheit gewählt. Welches Recht haben wir jetzt, den Ungarn zu sagen, diese Regierung wäre schlecht?

Aus den Leserkommentaren von Ungarn lese ich eigentlich eher die Meinung, wir sollen uns doch mal bitte heraushalten, weil wir es nicht verstehen, was alles im Land läuft. Ja natürlich, möchte ich sagen, alles was wir darüber wissen, haben wir ja auch nur aus deutschen Zeitungen.

Wenn aber wirklich die Pressefreiheit gefährdet ist - sollten wir dann schweigen? Es gibt ja auch durchaus Seiten, wo auch von Ungarn dies als Unterdrückung der freien Meinungsäußerung angeprangert wird.

Wie kommen wir zu einem realistischen Bild? Gibt es das überhaupt?

Internet-Queen und Silver Surfer

von: Irmgard 10. Januar 2010

Es mag so an die 12 Jahre oder länger her sein, da war die “Internet-Queen” den Zeitungen seitenfüllende Artikel wert. Wenn ich mich recht erinnere, gab es auch Beiträge im Fernsehen dazu.

Jedenfalls fand ich es bemerkenswert, daß ein junges Mädchen einfach dadurch ins Licht der Öffentlichkeit rücken konnte, indem sie den ganzen Tag E-Mails schickte und mit Leuten aus aller Welt chattete.

Bloß so zur Erinnerung: an Google war noch nicht zu denken, es gab Deja-News und jede Menge Chats, man hatte nur richtige E-Mails in seinem Postfach (Spam kam erst später dazu) und die DSL-Flatrate war auch noch nicht erfunden.

Jetzt werden nicht die Jungen, sondern die Alten bewundert, die sich im Internet tummeln.

In der Zeitung lese ich, daß man ab 50 ein “Silver Surfer” ist und daß es offensichtlich genauso bemerkenswert ist, wenn ein solches Wesen E-Mails schreibt oder chattet oder gar das neumodsche Facebook oder Twitter nutzt.

Bis dahin habe ich zwar noch ein Jahr Zeit und vor dem “Silver” wird mich der Herr Schwartzkopf auch noch eine Weile bewahren, aber trotzdem. Ich hab noch 16 Jahre bis zur Rente und bin schon bald Senior - wow.

Aber das “Surfen” im Netz soll ja fit halten und Handys schützen vor Demenz.


BTW: Ich frag mich, wer den Blödsinn mit dem “Surfen” erfunden hat. Das bereitet schon fast Schmerzen, das immer wieder zu lesen.

Schlechtes Klima

von: Irmgard 22. Dezember 2009

So, nun ist wie erwartet, beim Klimagipfel nicht viel mehr als heiße Luft herausgekommen.
Vielleicht hätte man den auch nicht gerade im Winter in Skandinavien abhalten sollen, wo ein jeder sich den Hintern abfriert und insgeheim auf etwas Klimaerwärmung hofft.

Bei 35 °C im Schatten oder mit nassen Füßen auf einer Pazifik-Insel hätte man die Dringlichkeit möglicherweise etwas besser erkannt.
Na ja, das nächste Mal treffen sie sich in Mexico, vielleicht hilfts ja.

Trotzdem frohe Weihnachten!

Bildungsfernsehen

von: Irmgard 13. November 2009

Eben im Fernsehen:  Sagrotan vernichtet auch das auch Schweinegrippevirus!

Erst dachte ich, das gehörte noch zur Pastewka-Show, aber nein, das war schon die Werbung.

Alles klar, ich habs mir schon immer gedacht, daß das ganze nur ein riesiger Schwindel ist. Da wird ein Bohei um die Impfung gemacht und dabei muß man einfach nur die Wohnung richtig putzen.

Der Mauerfall - wie er wirklich war

von: Irmgard 4. Oktober 2009

Tja, bis jetzt hatte ich immer noch geglaubt, Günther Schabowski hätte damals vor 20 Jahren wirklich nicht gewußt, was auf dem Zettel stand, den er da aus der Tasche zog.

Dann habe ich am Wochende diesen ausgezeichneten Artikel in der taz gelesen:

Die Planung des Mauerfalls

Es ergibt schon Sinn; ohne jegliche Planung wäre ein heilloses Chaos ausgebrochen.

Wir waren damals nur so naiv und dachten, im Westen funktioniert einfach immer alles so gut.

Wenn wir die Beamten von damals noch hätten, dann wäre die Berliner S-Bahn vermutlich nicht dermaßen ruiniert worden. Heute sollte man so eine Aktion tunlichst unterlassen.