Nur Gitarren, eine Geige und ein Banjo
und 5 fantastische Stimmen. Keine Lichtershow, keine Verstärker-Orgie, kein Background-Chor.
Alles original, kein Playback: die Songs, die Jokes, die wahnsinnigen Soli, die Erinnerungen an diejenigen, die nicht mehr mit auf der Bühne stehen:
Die Dubliners im Dresdener Kulturpalast
Es ist unglaublich - andere sind schon längst in Rente und diese old men bringen eine Stimmung und eine Freude in den Saal, daß es herzerwärmend ist und man eigentlich aufspringen und mittanzen möchte aber dafür stehen die Sitzreihen doch etwas eng und - nun ja - das Dresdner Publikum ist da doch ein gesetzeres.
Seán Cannon führt mit Witz und Leichtigkeit und einem herrlichen Mix aus Deutsch und English - called Desperanto - durch das Programm, erinnert an die Freunde, bringt den Saal zum Lachen mit der Ballade von Paddy. der heute nicht zur Arbeit kommen kann.
Eine Whistle und ein Banjo und heraus kommt ein Reel, der dann doch keinen mehr die Füße stillhalten läßt - zumindest im Takt wird getrampelt.
Barney McKenna ist halb blind. Das Banjo neben seinem Stuhl ertastet er sich, zum Mikrofon geht er mit sehr langsamen Schritten. Aber er spielt wie ein Gott. “I wish I could see you” sagt er zu uns …
Eines der schönsten Instrumentalstücke dieses Abends - St. Patricks Cathedral - erinnert ein bißchen an Bach. John Sheahan läßt seine Geige die Melodie in die luftigen Höhen der Kathedrale tragen, gefolgt von der Whistle. Eamonn Campbell spielt Gitarre dazu wie ein kleines Orchester.
Die markante Stimme von Patsy Watchorn fehlte - Patsy Watchorn konnte wegen Krankheit nicht an der Tour teilnehmen. Der “Ersatz” Al O’Donnell brachte mit seinem klaren Tenor eine hellere, weichere Note in die Songs - im ersten Moment etwas neu, aber dann eben anders schön. Obwohl Al O’Donnell erst seit dieser Tour bei den Dubliners ist, klang es so eingespielt, als wären es schon Jahre. Profis eben.
Zwei Stunden lang haben wir einen schönen Song nach dem anderen gehört, zusammen über die Späße gelacht, mitgeklatscht - ach hoffentlich spielen sie nächstes Jahr noch einmal.
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