Wenn man irgendwo falsch oder zu lange parkt, bekommt man einen kleinen Zettel, wo drauf steht, was das gekostet hat. Man hat nun die Wahl, selbige Gebühr zu bezahlen oder zu beteuern, daß man es gar nicht war oder gar nicht wollte, wobei letzeres eigentlich nie zum Erfolg führt.
So weit nichts Neues.
Die Stadt Erfurt hat sich aber nun was Neues ausgedacht. Man bekommt keinen Zettel mehr, wo drauf steht, was es kostet, sondern nur einen Zettel, wo man erst mal seinen Namen und seine Anschrift hinschreiben muß und dann einen Zettel bekommen soll, wo drauf steht, was man zu zahlen hat. So weit habe ich es allerdings noch nie ausprobiert - vor allem, weil es gar nicht mein Name wäre, sondern der eines Kollegen, der mit einem Firmenwagen zu lange oder falsch geparkt hat.
Wie komme ich denn dazu, irgendwelche Datenbanken mit Adressen zu füllen.
Auf meine Anrufe beim Ordnungsamt wurde mit Unverständnis reagiert, das wäre eben jetzt gesetzlich so und eine Firma könne schließlich kein Auto führen und demzufolge auch keinen Strafzettel bekommen.
Andere Städte haben damit kein Problem - aber auch das war kein Argument.
Ein Brief an den Datenschutzbeauftragten mit Bitte um Klärung dieser Verhaltensweise und Nachweis, was mit diesen gesammelten Daten geschehe, wurde damit beantwortet, daß das alles seine Richtigkeit habe und kein Verstoß gegen die Datenschutzbestimmungen erkennbar sei.
Ach ja: wenn man die Fragen nicht beantwortet, kostet es mindestens 25 EUR, auch wenn das Falschparken nur 5 EUR gekostet hätte und man soll angeblich dazu verdonnert werden, ein Fahrtenbuch zu führen, damit man künftig den falschparkenden Menschen verpetzen könne.
Nun gut. Werde ich also weiterhin im Bußgeldkatalog blättern und mir die Strafe selber heraussuchen und bezahlen. Das geht immerhin noch.