Internet-Queen und Silver Surfer

von: Irmgard 10. Januar 2010

Es mag so an die 12 Jahre oder länger her sein, da war die “Internet-Queen” den Zeitungen seitenfüllende Artikel wert. Wenn ich mich recht erinnere, gab es auch Beiträge im Fernsehen dazu.

Jedenfalls fand ich es bemerkenswert, daß ein junges Mädchen einfach dadurch ins Licht der Öffentlichkeit rücken konnte, indem sie den ganzen Tag E-Mails schickte und mit Leuten aus aller Welt chattete.

Bloß so zur Erinnerung: an Google war noch nicht zu denken, es gab Deja-News und jede Menge Chats, man hatte nur richtige E-Mails in seinem Postfach (Spam kam erst später dazu) und die DSL-Flatrate war auch noch nicht erfunden.

Jetzt werden nicht die Jungen, sondern die Alten bewundert, die sich im Internet tummeln.

In der Zeitung lese ich, daß man ab 50 ein “Silver Surfer” ist und daß es offensichtlich genauso bemerkenswert ist, wenn ein solches Wesen E-Mails schreibt oder chattet oder gar das neumodsche Facebook oder Twitter nutzt.

Bis dahin habe ich zwar noch ein Jahr Zeit und vor dem “Silver” wird mich der Herr Schwartzkopf auch noch eine Weile bewahren, aber trotzdem. Ich hab noch 16 Jahre bis zur Rente und bin schon bald Senior - wow.

Aber das “Surfen” im Netz soll ja fit halten und Handys schützen vor Demenz.


BTW: Ich frag mich, wer den Blödsinn mit dem “Surfen” erfunden hat. Das bereitet schon fast Schmerzen, das immer wieder zu lesen.

Wir werden alle sterben

von: Irmgard 9. Januar 2010

Nachdem wir nun im vorigen Jahr doch nicht alle an der Schweinegrippe gestorben sind, werden wir aber jetzt wenigstens verhungern und erfrieren.

Die Top-Meldung des gestrigen Tages: Man solle sich mit Lebensmitteln und Kerzen eindecken, weil die Straßen vermutlich nicht mehr befahrbar sein werden ( und wahrscheinlich die Kaufhallen eingeschneit bis zum Dach / sonstwie nicht mehr erreichbar sind) und der Strom ausfallen wird.

Der Blick heute Morgen aus dem Fenster zeigte ca. 4mm Neuschnee, genau wars nicht auszumachen, weil der Wind alles breitgeweht hat.

Das Streusalz ist auch schon alle; dabei hatten doch alle auf die globale Erwärmung gesetzt.

Ein bißchen wird der Winter ja noch anhalten und für wohlige Panik in den Nachrichten sorgen; mal sehen, woran wir dann zu Ostern sterben werden.

Restmüllmenge

von: Irmgard 3. Januar 2010

So, das ist das erste Unwort, über das ich mich dieses Jahr ärgere.

Vor 2 Jahren wurde in unserer Wohnanlage die Erfassung des Hausmülls pro Wohnung eingeführt. Damals hatte ich mich über die Grundgebühr von 5l Müll pro Person und Woche mokiert.

Bei der Betriebskostenabrechnung für 2008 hatte man sich dann entschieden, die Gesamtkosten für den Müll zu teilen: 30% wurden nach Wohnfläche umgelegt - das waren für uns 78 EUR - und 70% nach Müllaufkommen - das waren für uns 3 Personen 165l, die mit 45 EUR zu Buche schlugen.

Na ja, fand ich zwar immer noch ungerecht, aber im Vorjahr waren es 365 EUR für die Müllentsorgung, da hab ich das Blatt abgeheftet und gut.

Jetzt schreibt uns aber unsere Wohnungsverwaltung, daß sie diese “Restmüllmenge” nun doch zum Ansatz bringen wollen, weil

[…] es Haushalte gibt, die die Abfallschleuse bisher nicht nutzten. Parallel dazu sind Umsortierungen duch die Mitarbeiter […] unerlässlich.
Um künftig weiterem Fehlverhalten bei der Restmüllentsorgung vorzubeugen, werden wir ab dem 1.1.2010 diese Mindestmenge in Ihrer Wohnanlage zum Ansatz bringen.”

Wie dämlich ist das denn? Wer soll sich denn dann noch die Mühe machen, den Müll zu sortieren, wenn so oder so mindestens 520l Müll pro Jahr berechnet werden?

Dann stopft doch jeder erst recht seinen Müll in die erstbeste freie Tonne, egal ob sie nun blau oder gelb oder braun ist.

Schlechtes Klima

von: Irmgard 22. Dezember 2009

So, nun ist wie erwartet, beim Klimagipfel nicht viel mehr als heiße Luft herausgekommen.
Vielleicht hätte man den auch nicht gerade im Winter in Skandinavien abhalten sollen, wo ein jeder sich den Hintern abfriert und insgeheim auf etwas Klimaerwärmung hofft.

Bei 35 °C im Schatten oder mit nassen Füßen auf einer Pazifik-Insel hätte man die Dringlichkeit möglicherweise etwas besser erkannt.
Na ja, das nächste Mal treffen sie sich in Mexico, vielleicht hilfts ja.

Trotzdem frohe Weihnachten!

Bildungsfernsehen

von: Irmgard 13. November 2009

Eben im Fernsehen:  Sagrotan vernichtet auch das auch Schweinegrippevirus!

Erst dachte ich, das gehörte noch zur Pastewka-Show, aber nein, das war schon die Werbung.

Alles klar, ich habs mir schon immer gedacht, daß das ganze nur ein riesiger Schwindel ist. Da wird ein Bohei um die Impfung gemacht und dabei muß man einfach nur die Wohnung richtig putzen.

Finanzierung der Herdprämie

von: Irmgard 12. November 2009

Also wenn es ja nun so sein soll, daß die Mütter wieder zu Hause bleiben sollen  um Brutpflege zu betreiben, dann könnte man ja eigentlich auch konsequent sein und die Hälfte der Abiturplätze und Studienplätze einsparen. Das lohnt sich ja dann doch nicht; vielleicht reicht es ja auch, wenn die Mädchen nur die Hauptschule absolvieren.

Einen eventuellen Feldversuch soll man aber bitte auf Bayern begrenzen.

Meine Großmutter hat Vorlesungen bei Bose und Einstein besucht. Bis zur Rente hat sie als Studienrätin gearbeitet und viele junge Menschen so geprägt, daß sie ihr noch nach vielen Jahren geschrieben haben.

Meine Mutter hat mit 4 Kindern und Vollzeitjob noch ein Fernstudium gemacht.

Meine Schwiegrmutter hat die Kleidung für DDR-Olympia-Mannschaften entworfen.

Ich hab vor 20 Jahren nach den Studium hier mit angefangen, unsere Firma aufzubauen und Eingaben an die Stadt geschrieben, um Krippenplätze zu erhalten.

Meine Tochter würde jeden für verrückt erklären, der von ihr erwarten würde, den nach 10 Jahren Lernen und Schuften erkämpften Traumjob wieder an den Nagel zu hängen.

Hint: die Familie besteht nicht nur aus der Mutter. Es gibt auch noch den Vater, Großeltern, Geschwister, Tanten. Und Nachbarn und Freunde.

Also hier wirds nix mit der Herdprämie, hier muß das Geld bitte für Bildung ausgegeben werden.

Weihnachten nicht vergessen

von: Irmgard 2. November 2009

Autobahn Sonntag Abend, dichter Verkehr, aber es rollt, es ist dunkel und nieselt so vor sich hin.

Gelegentlicher Blick in den Rückspiegel, um zu sehen, was sich hinter einem so tut, waaa…! Ich schau noch mal hin -  ein Weihnachtsbaum?!

Nach einem Moment wird es klar: dreispurige Autobahn, lange gerade Strecke bergab, Auto an Auto - hat sich in der Perspektive zum Lichterbaum zusammengeschoben.

Verrückt, für den einen Augenblick sah es echt aus.

Den Wink hab ich aber angenommen und werde dieses Jahr die Weihnachtsgeschenke schon etwas eher besorgen.

Der Mauerfall - wie er wirklich war

von: Irmgard 4. Oktober 2009

Tja, bis jetzt hatte ich immer noch geglaubt, Günther Schabowski hätte damals vor 20 Jahren wirklich nicht gewußt, was auf dem Zettel stand, den er da aus der Tasche zog.

Dann habe ich am Wochende diesen ausgezeichneten Artikel in der taz gelesen:

Die Planung des Mauerfalls

Es ergibt schon Sinn; ohne jegliche Planung wäre ein heilloses Chaos ausgebrochen.

Wir waren damals nur so naiv und dachten, im Westen funktioniert einfach immer alles so gut.

Wenn wir die Beamten von damals noch hätten, dann wäre die Berliner S-Bahn vermutlich nicht dermaßen ruiniert worden. Heute sollte man so eine Aktion tunlichst unterlassen.