Piratenfahnen über Erfurt
Derzeit wird vieles ganz schnell zu Geschichte.
Aber trotzdem, hier noch ein paar Erinnerungen an den letzten Auftritt von Althaus und “Änschie” unter orange-schwarzen Fahnen.
Am Freitag, dem 28. August wollte die CDU noch einmal heftig die Wahltrommel rühren (hat nicht ganz geklappt…).
Die Piraten ließen es sich nicht nehmen, Flagge zu zeigen - und wir waren die einzigen mit wehenden Fahnen!
Die CDU hat dafür mit zusammengefalteten Prospekten Krach machen lassen.
Zuvor
Die SPD hat ein Kinderkarussell aufgebaut und beschallt den Anger mit dem Ohrwurm aus 1492.

“Auf zu neuen Ufern” oder was? Nun, wir werden sehen, ob es Mut zur Veränderung geben wird oder doch nur ein Mitregieren, egal wie.
Plakatsäulen

Es würde mich wirklich mal interessieren, ob sich irgendein Mensch durch irgendeines dieser Plakate irgendwie beeinflussen läßt.
Für mein neues oranges Piraten-T-Shirt interessiert sich jedenfalls vorerst auch niemand.
Na ja, Saturn-Mitarbeiter rennen auch in orange herum; fiel mir so am Rande auf, als ich durchs Karstadt ging.
Am Hauptbahnhof ein beeindruckendes Polizeiaufgebot:

Welche Randalierer werden denn hier erwartet? Aber ich geh trotzdem nicht nach Hause.
Der eingezäunte CDU-Bereich ist noch recht leer, wichtige Männer in dunklen Anzügen bewachen das Ganze aber schon mal.

Inzwischen haben sich ein paar Piraten mit leuchtenden Fahnen eingefunden und erregen ein wenig Aufmerksamkeit.

Da noch Zeit ist, zeigen wir Flagge und laufen einmal auf und ab bis zum Anger.
Einmütig wird festgestellt, daß die Maus genau die richtige Piratenfarbe hat.

Inzwischen hat die Presse ihr Equipment aufgefahren.

Wir schwenken unverdrossen unsere Fahnen und fallen auf.

Neben uns stehen die Grünen und wollen mit einem armen Pinguin die Menschen vor der drohenden Erwärmung warnen.

Irgendwann in den letzten Jahren muß ich die Farbveränderung der CDU verpaßt haben.
Für mich war die CDU immer schwarz. Die Roten und die SPD waren rot, die Grünen grün und die FDP gelb und blau.
Jetzt gibt es ein orangenes “Team Deutschland” und ein blaues “Team Thüringen” und noch ein paar orangene und blaue “Teams” und einen weiß-gelben Sonnenschirm. Nur die Security ist noch schwarz.



So wirklich möchte man aber nicht mit dem gemeinen Volk zusammentreffen; der Bereich für die geladenen Gäste ist doppelt eingezäunt.

Ich höre, wie sich ein Ehepaar beschwert, trotz Einladung nicht hineinzukommen.
Platz genug wäre ja eigentlich noch:

Die Teams ziehen an einem Strick und schieben eine Schneise durch die Menge. Die Frage, ob die einen jetzt ein- oder die anderen jetzt ausgesperrt werden, konnte uns aber auch keiner beantworten.



Viel zu fotografieren gibt es anscheinend nicht

Auf jeden Fall gab man sich arg Mühe, unsere Fahnen NICHT mit ins Bild zu bekommen.

Nach den den leutseligen gegenseitigen Begrüßungen und den Statements der Kandidaten und einer entsetzlichen Gesangsdarbietung war es dann endlich soweit: die Bundeskanzlerin und Herr Althaus zogen ein.
Frau Merkel mußte sich allerdings in Geduld üben. Über 10 Minuten lang begrüßte und beglückwünschte man sich noch einmal gegenseitig. Ich glaube, Frau Merkel ist in Gedanken den Zettel für den Wochenendeinkauf durchgegangen; ich zumindest hätte das gemacht; irgendwas Sinnvolles muß man ja mit seiner Zeit anfangen.
Dann redete Herr Althaus und es redete Frau Merkel und es kamen seit mehr als 20 Jahre verschüttete Erinnerungen wieder hoch an Reden von Funktionären über die Rolle der Bedeutung und die Basis als Grundlage für jedes Fundament aber heutzutage kann man ja herumlaufen und mit anderen Leuten schwatzen, das wäre ja nun damals undenkbar gewesen.
Wir wurden gewarnt vor den Radikalen, denen man unser schönes Thüringen keinesfalls überlassen dürfte, weil die sonst alles kaputt machen würden, was man so schön aufgebaut hat und überhaupt, so wie es ist, ist es doch gut und man wolle keinesfalls etwas ändern.
Frau Merkel erzählte eine kleine Geschichte von einem ungarischen Grenzer, der vor 20 Jahren den Schlagbaum hob, aber den Zusammenhang zur Landtagswahl hatte ich irgendwie verpaßt.
Unsere Fahnen wehten fröhlich über den Angie-Schildern, und nein, die “Worte des Unmuts” kamen nicht von den Piraten.


Tja nun, all die schönen Reden haben aber auch nichts genützt, jedenfalls Herrn Althaus nicht.

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Stephan Beyer (stephanbeyer) 's status on Friday, 04-Sep-09 01:22:39 UTC - Identi.ca schrub am 4. September 2009 um 03:22 Uhr
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Erfurt - Blog schrub am 14. September 2009 um 21:38 Uhr
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Josef Bigler schrub am 25. Oktober 2010 um 17:07 Uhr
Eine gesunde Portion Sarkasmus zusammen mit einem interessanten Thema. Richtig gut geschrieben